Heeresgeschichtliches Museum

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Arsenal, Objekt 1
1030 Wien

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+43 1 79561 0

Provenienzforschung

 

ProvenienzforscherInnen

MMag. Stefan Kurz
 

Stand der Provenienzforschung im Heeresgeschichtlichen Museum/Militärhistorisches Institut (Juni 2006)

Das Heeresgeschichtliche Museum/Militärhistorische Institut wurde gemäß Ministerweisung Nr. 154 vom 15. April 1998 beauftragt, analog zu den seinerzeit dem Bundesministerium für Unterricht und Kunst unterstehenden Bundesmuseen, Recherchen hinsichtlich des „redlichen Erwerbs“ von Kulturgütern, die die jeweiligen Sammlungen des Hauses in der Zeit von 1938 bis 1965 erreichten, durchzuführen. Im Rahmen der Untersuchungen wurde festgestellt, dass auch das Heeresmuseum von einigen „unrechtmäßigen“ Erwerbungen musealer Objekte aus beschlagnahmtem jüdischen Besitz betroffen war, beispielsweise durch Zuweisungen seitens des seinerzeitigen Instituts für Denkmalpflege. Insgesamt gelangten in der Zeit von März 1938 bis Mai 1945 rund 11.345 Objekte durch Ankauf, Schenkungen oder Zuweisungen in den Besitz des Heeres(geschichtlichen) Museums, wobei aufgrund der bislang erfolgten Recherchen rund 52 Objekte den seitens des nationalsozialistischen Regimes „arisierten“ Sammlungen zugeordnet werden konnten. Darüber hinaus erhielt das Museum Zuweisungen seitens der GESTAPO Wien. Größtenteils blieben sämtliche musealen Objekte während des Krieges im Stammhaus selbst bewahrt, wurden aber auch gegen Ende des Krieges verlagert. Zum Teil mussten sie auch weitergegeben bzw. beispielsweise als Leihgaben an das Zeughaus Berlin abgetreten werden, wo sie in Verlust gerieten.

Gemäß den gesetzlichen Bestimmungen wurden bereits im Jahre 1945 Rückstellungen aus den Beständen des Hauses an die rechtmäßigen BesitzerInnen bzw. deren ErbInnen durchgeführt. Aufgrund jener von der Kommission für Provenienzforschung und dem Beirat behandelten Fälle (Sammlung Alphonse de Rothschild, Sammlung Bondy, Sammlung Hofmannsthal) wurden im Zuge der Jahre 1999-2000 auch jene Objekte restituiert, die unter das Kunstrückgabegesetz fielen und bislang noch nicht an die ehemaligen BesitzerInnen bzw. deren ErbInnen zurückgegeben worden waren.